Kastell
Ein Blick träufelt auf diesen Körper dort. Die Regenbogenblumen werden zu einem einzigen Rot. Bis in die Wurzeln greift es über, bis es letztendlich von diesen vollständig aufgesogen sein wird.
Und dieser Körper wird schwinden und in den Lauf der Erde eingefügt. So ist dieses kleine Geschöpf, das doch so bedeutend ist, auch nur ein unbedeutendes Stück im Ganzen.
Die Welt schweigt nun; SIE hat sie zum Schweigen gebracht. Mit einem einzigen Stoß. Nur für IHN. Sie musste ihn schützen mit aller Kraft, doch mit der Zeit begriff sie, dass sie ihn nur sicher vor dem Tod retten könne,
würde sie die Menschheit auslöschen, denn nichts kam ihm je schneller zu nahe als ein Mensch und nichts war schneller dazu in der Lage, ihn zu verletzen.
Ein seltsames Geschrei dringt in die Stille. Das Mädchen -noch über ihren schlafenden Freund wachend- schaut irritiert und wendet den Kopf in alle Richtungen. Sie kennt dieses Geschrei ganz genau, steht auf und starrt
ungläubig in das bunte Blumenmeer, bis sie ES entdeckt. Das kleine winzige Kind. Sie tritt mit vorsichtigem Schritt an das Kind heran und schaut ihm von oben herab ins Gesicht. Schlagartig versiegt das Geschrei des Kindes
und es beginnt, sie anzulächeln und die Arme nach ihr auszustrecken. Das Mädchen neigt verwundert den Blick zur Seite. Du darfst dort gar nicht liegen. Alle sind verschwunden, was machst du denn da jetz hier? Nun beginnt sie
zu lächeln -Da hast du das also irgendwie geschafft. Ein Wunder-, schaut es an mit liebevollem Blick, hebt ihr Schwert, senkt es rasend auf den kleinen wehrlosen Körper nieder und schiebt vor ihr Gesicht eine dämonische Maske
voller Zufriedenheit. Die Menschen sind immer so schlechte Verlierer. Das Mädchen, gefärbt durch letzten Beweis des Lebens, begibt sich zurück zu ihrem Freund, nimmt ihn in den Arm und drückt ihn fest an sich. Er öffnet die Augen,
ganz sacht, schaut schlaftrunken sie etliche Sekunden an, -Was...hast du da?-, bevor er ihr über die Wange streicht. Mach dir keine Sorgen, das ist nichts. Sie wischt sich das Blut aus dem Gesicht und lächelt ihn an.
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